Archiv der Kategorie: Produktion

Wie wird ein Nagel produziert?

Liebe Leser,

als ich noch ein kleiner Junge war, ging ich häufig mit großen Augen durch unsere Nagelproduktion und war fasziniert von der Geschwindigkeit der Maschinen, von ihrer Präzision und, nun ja, auch von ihrer Lautstärke.

Ich habe das Interesse am Fertigungsprozess nie verloren und ich freue mich immer, wenn ich branchenfremde Gäste durch meinen Betrieb führen und ihnen zeigen kann, wie ein Nagel eigentlich hergestellt wird.

Da liegt es nahe, mit einem Video einem breiteren Publikum zu zeigen, was meine Kindesaugen damals schon in den Bann gezogen hat und deswegen habe ich vor zwei Jahren ja auch bereits mit eigenen Videos versucht, Ihnen einen Einblick hinter die Bierbach-Kulissen zu geben.

Mit den Ergebnissen war ich allerdings nie zufrieden, weil ich als Filmproduzent offensichtlich eher untalentiert bin.

Umso stolzer bin ich, Ihnen heute den wohl besten Film überhaupt zum Thema „Wie wird ein Nagel produziert?“ vorstellen zu können.
Durch einen glücklichen Zufall haben Daniel Strücker, Inhaber der Film-Produktionsfirma New Age Media in Köln und ich zusammengefunden und dabei ist ein Film entstanden, der genau die Geschwindigkeit, die Präzision – kurz: die Ästhetik der Nagelproduktion einfängt, wie ich sie schon als Kind empfunden habe.

Aber sehen Sie selbst:

Im Film gezeigt wird sowohl das Pressen den Nagelkopfes mit dem anschließenden Schneiden der Spitze als auch das Walzen der Riffelung, die für Stahlnägel typisch ist.

Den Unterschied zwischen einem Stahlnagel und einem „normalen Nagel“ (Drahtstift) erkläre ich hier.

Den im Video produzierten „gerillten Stahlnagel“ finden Sie hier.

Fragen zum Produktionsprozess oder zu technischen Details beantworte ich gerne im Kommentarteil.

Selbstverständlich freue ich mich über likes (hier oder auf youtube).

Mit herzlichen Grüßen

Ihr Matthias Bierbach

Ein Stahlnagel ist kein Drahtstift

Liebe Leser,

Berufs- und Betriebsblindheit führt manchmal dazu, dass man stundenlang über ein Thema spricht, um am Ende festzustellen, dass man komplett aneinander vorbeigeredet hat. Die Vorkenntnisse des Gesprächspartners wurden überschätzt oder gewisse Grundbegrifflichkeiten waren diesem einfach nicht bekannt.

In einer solchen Situation wurde mir bewusst, dass für die meisten Menschen ein Nagel nun einmal ein Nagel ist. Punkt.
Aus meiner Sicht ist das natürlich gaaaaaanz anders, alleine schon deswegen, weil ein Nagel für die meisten Menschen das ist, was ich als einen „Drahtstift“ bezeichnen würde – mein ganz persönliches Synonym für Ramsch

Für mich verdient ein Nagel erst dann die adlige Bezeichnung „Nagel“, wenn er mindestens ein Stahlnagel ist!

nur einige der unendlich vielen Sorten von Nägeln
Nagel ist nicht Nagel

Aber am besten erzähle ich mein Erlebnis in Form eines Dramas (das es für mich auch war):

Ein Stahlnagel ist kein Drahtstift weiterlesen

Eine neue Sendung mit der Maus – Gewindewalzen

Liebe Leser,

ein Blick auf meine Webstatistiken beweist eindeutig, dass Blicke hinter die Kulissen sehr beliebt sind.

Ich habe ja bereits erläutert und gezeigt, wie ein Nagel produziert wird. Allerdings habe ich mich bisher auf die allernotwendigsten Arbeitsschritte beschränkt, nämlich das Pressen des Kopfes und das Schneiden der Spitze.

Nun hätten wir nicht über 1.000 Sorten Nägel im Programm, wenn das schon alles wäre.

Eine neue Sendung mit der Maus – Gewindewalzen weiterlesen

Wer ist schneller – Nagel- oder Schraubenpresse?

Heute gibt es einen kleinen Einblick in die Produktion.

Messingnägel vs. Holzbauschrauben

Schon mit dem bloßen Auge erkennt man, dass die Nagelproduktion wesentlich schneller ist. In diesem Beispiel werden ca. 800 Stück Nägel pro Minute gefertigt, das heißt, vom Draht wird der Kopf gepresst, der Draht wird dann exakt in Nagellänge in die Maschine gefahren und dort von zwei Messern abgeschnitten. Der fertige Nagel hat nicht einmal genug Zeit, um herunterzufallen, bevor das Material für den nächsten Nagel in die Maschine geführt wird. Daher wird er mit Druckluft in den Behälter mit seinen nur unwesentlich älteren Artgenossen geblasen.

Von der Schraubenfertigung ist hier nur das Pressen des Kopfes zu sehen, das zwei Stauchvorgänge erfordert – im Gegensatz zum 1-stufigen Pressen eines Nagelkopfes.
Im ersten Schritt wird das Material zunächst einmal dorthin umgeformt, wo es gebraucht wird, so dass am Kopfende der späteren Schraube  ein „Knubbel“ entsteht. Erst der zweite Schlag mit einem sogenannten Fertigstaucher formt dann den Schraubenkopf inklusive Antrieb sauber aus.
Je nach Länge der Schraube werden in diesem Arbeitsgang ca. 200 Schraubenrohlinge gepresst.

 

Herzliche Grüße aus der old economy

Ihr Matthias Bierbach