Ein wenig Werkstoffkunde für Nägel

Liebe Leser,

häufig werde ich gefragt, ob für eine Nagelbefestigung nicht ein Drahtstift ausreicht, zur Not auch ein verzinkter. „Die rosten doch auch nicht und sind viel billiger“, wird mir dann naseweis erklärt.

„Natürlich“, antworte ich, „kein Problem – wenn Du damit leben kannst, dass Dein ungleich teureres Holz nach einem Jahr aussieht wie der letzte Klitschko-Gegner in Runde 10.“

by Rainer Sturm @ pixelio.de
Bild 1: by Rainer Sturm @ pixelio.de

Wem sein Garten oder seine Fassade, sein Boot oder sein Carport oder sein armes, der Witterung ausgesetztes Wasauchimmer etwas wert ist, der sollte vermeiden, dass der Befestiger das schwächste Glied in derKonstruktion ist.

Mit anderen Worten: Der Nagel soll mindestens so alt werden wie das Bauwerk oder das Produkt, das er zusammen hält.

In Bild 2 sieht man übrigens die Reste meines eigenen Carports. Offensichtlich kenne ich mich mit Schrauben (natürlich aus Edelstahl) besser aus als mit Holzschutz. Die Schraube lebt, das Holz ist tot.

Bild 2
Bild 2

Dennoch, um den passenden korrosionsbeständigen Werkstoff für Befestiger auszuwählen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, von denen ich in den nächsten Tagen einige vorstellen werde:

  • Edelstahl rostfrei
  • Kupfer
  • Messing
  • Aluminium

Bis dahin grüße ich herzlich, Ihr

Matthias bierbach

 

 

Ein Gedanke zu „Ein wenig Werkstoffkunde für Nägel“

  1. Guten Tag.
    Habe ihre Einträge erst heute gesehen und schon alle durchgelesen.
    Ein Freund nannte mir ihre Firma weil ein Bericht in der Hephaistos stand und ich geschmiedete Nägel suchte. (Ich habe aber schon Nagelfabrik Künzel gefragt, das war die einzige deren geschmiedete Nägel ich finden konnte)

    Zu diesem Artikel „Ein wenig Werkstoffkunde für Nägel“:
    Warum werden eigentlich keine Nägel aus Messing oder Bronze hergestellt? Gerde Bronze mit der guten Kaltverfestigung bei hoher Zähigkeit und Korrosionsbeständigkeit müsste doch ein gutes Material abgeben (für Kupferne Teile an Holz oder für Ziernägel wo die Farbe gewünscht ist).

    Bei der Überschrift hätte ich übrigens etwas mehr Werkstoffkunde für Nägel erwartet, nicht nur so allgemeines. Also Werkstoffnummern oder wenigstens Andeutungen welche Legierungskomponenten gut oder schlecht für die Herstellung und welche gut oder schlecht für die Verwendung sind.

    Aber zu dem Text passt noch was:
    Ich habe in einem alten Schlosserbuch den Hinweis gefunden, dass man bei dünnen Brettüren die kurzen (um 1cm) Nägel für die aufgesetzten Schlösser wie folgt verankern sollte: Wenn kein vernieten (doppeltes umbiegen auf der anderen Seite) möglich sei, sollte man die Löcher vorstechen oder bohren (da erinnere ich mich nicht) und dann in jedes Loch einen Tropfen Essig geben. Nach etwa 3 Monaten währen die Nägel so festgerostet das sie nicht mehr herausgezogen werden könnten.
    Da frage ich mich nun, wenn ich so dran denke: Wurde das oft verwendet?
    Ich habe selbst schon Bretter zerbrochen als ich versuchte eingerostete Nägel heraus zu ziehen. Ist das eine dauerhafte Methode oder gibt es umstände die den Nagel später herausfallen lassen? Könnte man Vorraussagen über die Haltbarkeit machen, die auch ein heutiges verwenden ermöglichte (gut, die 3 Monate müsste man wohl etwas verkürzen 😉 )?
    Wohl ein Nachdenken für verregnete Abende 🙂

    Schöne Grüße
    Andreas

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