Der Brexit aus Sicht eines Mittelständlers

Nun ist es wirklich passiert!

Wie wohl die meisten hatte ich der Entscheidung der Briten gestern gelassen entgegen gesehen, im Vertrauen darauf, dass Argumente schwerer wiegen als Populismus.

Als mein Wecker heute früh klingelte und ich noch nicht aufrecht im Bett saß, fummelte ich in meinem Handy die Nachrichtenseite zurecht. Und erschrak! Die Briten verlassen tatsächlich die EU!

Da dies kein politischer Blog ist, möchte ich meine diesbezügliche Meinung auch nicht in den Vordergrund stellen. Die EU ist aber aus einer Wirtschaftsunion heraus geboren und gewachsen und darum hat das Votum des britischen Volkes natürlich auch wirtschaftliche Konsequenzen.

Wie wird sich zukünftig der Handel mit britischen Partnern gestalten? Werden Handelshemmnisse tarifärer oder nicht-tarifärer Art installiert? Wie wird sich der Wechselkurs entwickeln?

Wird die EU bei den Austrittsverhandlungen hart sein, um Nachahmer zu verhindern? Oder wird ein sanfter Kurs mit Blick auf die zukünftigen Handelsbeziehungen gefahren?

Nun, ich vermag es nicht zu sagen. Wie könnte ich, wenn das heute auch Politiker und Volkswirtschaftler nicht können? Diejenigen, die immer sofort wissen, was passiert, haben ja meist nur die Medienpräsenz nötig und liegen hinterher oft falsch.

Obwohl ich den Austritt der Briten als durchaus bedrohlich empfinde (vor allem für die Briten selbst – im Londoner Bankenviertel gibt es schon bald günstig Büroflächen zu mieten und die Direktinvestitionen aus dem Ausland werden wohl ins Bodenlose stürzen, zu Lasten der Arbeitsplätze), gilt es, besonnen zu sein.

Nun kann ich mir das auch insofern leisten, als dass der britische Markt nie ein besonders guter für mich war. Die Verbrauchergewohnheiten und britischen Handelsbeziehungen sprechen dagegen.

Dennoch spüre ich so etwas wie einen emotionalen Verlust. In einer Welt, die zusammenwächst und Grenzen überwindet, schafft man nicht mutwillig neue.

Und weil ich an Europa glaube, habe ich heute voller Überzeugung die Europaflagge hissen lassen.

 

Herzlich,

Ihr Matthias Bierbach

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